MUSIKALISCH UMRAHMTE BUCHPRÄSENTATION

In der zweiten Septemberhälfte werden wir endlich Das Cello und ich, das Ende 2019 veröffentlichte Buch von Heidi Litschauer (und mir als „Pariser Schreibhilfe“), offiziell vorstellen. Musikalisch begleitet werden die sechs Veranstaltungen von Heidi Litschauer (Cello) und Tünde Kurucz (Klavier). Eintritt frei, jeder Besucher ist uns der liebste!

– Am 17. September in der Arche am Grundlsee (Steiermark) um 19.00. Mitleserin ist hier die Dame des Hauses, die Schauspielerin Adelheid Picha.

– Am 19. September in der Musikschule Mondsee (Oberösterreich) um 19.00

– Am 20. September in der Musikschule Wels (bei Linz), Maria-Theresien-Straße 33, um 19.00.

– Am 22. September im Bezirksmuseum Wien Hitzing, Am Platz 3, um 18.30.

– Am 24. September im Pfarrhof Hintersee (Salzkammergut) um 19.00.

– Am 25. September im Musikum Salzburg, Schwarzstraße 49, um 19.00.

Konzert-Lesung

Die Neuberger Kulturtage in der Steiermark dienten als prächtiger Rahmen für zwei Reportage-Lesungen mit musikalischer Umrahmung. Aufgeführt wurden in dem Stiftsdormitorium „Das Dorf der Barockindianer“ (Bolivien), musikalisch untermalt mit Auszügen aus den Goldberg-Variationen von Johann Sebastian Bach, sowie „Mein Freund Liman“ (Südsahara), mit Werken verschiedener Komponisten, darunter auch neuzeitliche wie Benjamin Britten und Ernest Bloch. Meine genialen Begleiter und Interpreten waren wieder einmal Heidi Litschauer (Violoncello), Gunter Teuffel (Viola) und Annette Schäfer (Violine). Die zweite Lese-Stimme gehörte der österreichischen Rundfunk- und Fernsehjournalistin Brigitte Handlos. Ein in jeder Hinsicht fantastischer Abend, dank auch eines sehr aufmerksamen und großzügigen Publikums. Fotos: @ Helmut Spudich

DAS LORENZ-BUCH

Gerade fertig geworden ist dieses mit meiner redaktionellen Hilfe entstandene Buch der Familie Lorenz. Es schildert die Odyssee des deutschstämmigen Ehepaares Jakob und Maria Lorenz, das sich 1984 mit seinen zwei kleinen Kindern Slawa und Tatjana auf einen weiten Weg macht. Dieser führt von Pokornoje, ihrem „Heimatdorf“ in der kasachischen Steppe, nach … ja, wohin eigentlich? Geografisch formuliert, klingt die Antwort einfach: Familie Lorenz zieht zunächst von Kasachstan nach Lettland, damals also von einer sozialistischen Sowjetrepublik in die andere. Und sieben Jahre später, beim Zerfall der UdSSR, in die ihnen fremde „alte Heimat“ Deutschland, verloren in einem Strom von Hunderttausenden weiteren Russlanddeutschen.

Tatsächlich ist dieser Weg viel weiter, als es sich durch Kilometer oder in Zugstunden ausdrücken lässt. Auch der Hinweis, er müsse zwei gegensätzliche Systeme – Kommunismus und Kapitalismus – sowie zwei grundverschiedene Kulturen und Sprachen – die russische und die deutsche – überbrücken, reicht nicht aus, um die Tiefe der Kluft zu beschreiben. Im Prinzip, meint Jakob Lorenz, sei es ja nur eine typische Immigranten-Geschichte, vergleichbar mit jenen von Afrikanern, Afghanen, Syrern. Das Ziel sei stets, von den „Einheimischen“ akzeptiert zu werden, um sich bei ihnen „integrieren“ zu können. Beides ist Jakob, Maria, Slawa und Tatjana Lorenz vorbildlich gelungen. Dass es jedoch alles andere als einfach gewesen ist, das beweist dieses spannende Zeugnis von vier Anpassungskünstlern, die ihren jeweiligen Nachbarn stets beweisen mussten, dass sie weder „zu deutsch“ noch „zu russisch“ waren. Ein kompliziertes Thema, das hier mit humorvoller Leichtigkeit und ohne Ressentiments behandelt wird. 

Was das making-of betrifft, so trägt dieses Buch eindeutig das Siegel der Corona-Krise. Die Idee dazu stammte von meiner langjährigen GEO-Kollegin und besten Freundin Tatjana Lorenz, mit der ich schon mehrere Bücher gemeinsam zustande gebracht habe. Die übrigen Mitglieder des familiären Autoren-Kollektivs jedoch habe ich wegen der Pandemie bis heute nicht zu Gesicht bekommen. Unsere Kontakte beschränkten sich auf stundenlange Telefon-Gespräche, die von Maria und Slawa Lorenz mitgeschnitten und mir dann per Link zugeschickt wurden. Geplant ist nun, dass wir alle uns im Juli zum ersten Mal bei Heidi Litschauer in Österreich treffen werden. Darauf freue ich mich riesig!!!

STADTVISIONÄR

Erschienen in der jüngsten Ausgabe von Terra Mater ist mein Gespräch mit dem franko-kolumbianischen Städteplaner Carlos Moreno. Der Sorbonne-Professor gilt als einer der engsten Vertrauten der Pariser Oberbürgermeisterin Anne Hidalgo und vertritt das Konzept der Ville-du-quart d’heure, wörtlich übersetzt: Viertelstunde-Stadt. Es bedeutet, dass alles, was wir modernen Städter im Alltag benötigen, nicht weiter als 15 Minuten zu Fuß, sprich 5 Minuten mit dem Fahrrad, von unserer Wohnung entfernt sein darf: der Arbeitsplatz, die Schulen und Kitas unserer Kinder, Ärzte, Apotheken und Krankenhaus, Lebensmittelgeschäfte und Frischmärkte, Kulturstätten, Sportanlagen … In Paris führt die Realisierung dieses Konzeptes zur gezielten „Vertreibung“ der Autofahrer. Gewünscht wird nun das Dorf im Herzen der Stadt. 

KONGO-LEGENDE

Albert-Henri Buisine hat seine Dienste als Kongokapitän eingestellt. Diese auf unkundige Ohren geheimnisvoll oder banal klingende Nachricht aus der Demokratischen Republik Kongo erreicht mich erst jetzt, etliche Monate nach Buisines letzter Fahrt auf der über 1700 Kilometer langen Wasserstrecke Kinshasa-Kisangani. Der inzwischen 70-jährige Franzose war die Hauptfigur meiner zweiteiligen GEO-Reportage im Jahr 2012. Zur Ruhe gesetzt hat sich Mobutus „Napoleon“ dennoch nicht: „Je suis toujours au Congo, j’ai repris du service depuis deux années déjà, auprès du chef de l’état en qualité d’expert logistique et sécurité“, hat er mir per Mail mitgeteilt: Er sei noch immer im Kongo und bekleide seit zwei Jahren das Amt eines Experten für Logistik und Sicherheit im Dienste von Staatspräsident Félix Tshisekedi. Die letzte Etappe einer rasanten Karriere? Wie auch immer, mir wird Albert-Henri Buisine als der größte Kongokapitän der afrikanischen Neuzeit in Erinnerung bleiben. Ich wünsche ihm viel Glück und weiterhin … Bon voyage! 

NEUES BUCH


Gerade erscheint in dem österreichischen Verlag @bibliothekderprovinz Das Cello und ich – ein über 400 Seiten dickes, dichtes Buch über das Leben der wunderbaren Cellistin Heidi Litschauer. Die gebürtige Wienerin, seit langem in Salzburg ansässig, ist eine Legende aus der Welt der Klassik. Bereits im Alter von elf Jahren war sie – als Mitglied des Wiener Kindertrios – ein international gefeierter Star, der auch in verschiedenen großen Orchestern spielte und über vier Jahrzehnte als Cello-Professorin an der renommierten Salzburger Musikhochschule Mozarteum unterrichtet hat. Ich lernte Heidi im Herbst 2017 in Chile kennen, wo sie begabten jungen Musikern (viele von ihnen gehörten zum indigenen Volk der Mapuche) Master Classes erteilte und wo ich als Reporter für das Magazin GEO unterwegs war. Wir freundeten uns mühelos an, veranstalteten dann in Österreich Lesungen einiger meiner Reportagen mit « cellistlscher Umrahmung », wie Heidi es nannte. Ende 2019 bat sie mich um praktische Hilfe bei dem Verfassen einer Autobiografie. Ich zögerte, schließlich einigten wir uns auf einen « Austausch ». Konkret: Sie würde mir ihr Leben erzählen, ich sollte es in eine stilistisch akzeptable Form bringen. Dieses Zweier-Abkommen erweiterte sich schnell zu einem Dreier-Projekt, als meine langjährige Freundin Tatjana Lorenz, Artdirektorin des Magazins GEO Epoche, akzeptierte, die Gestaltung dieses literarischen Werkes zu übernehmen. Die folgenden sechs Monate – von Jänner bis Juli 2020 – wurden zu der für mich intensivsten und angenehmsten Erfahrung, wie drei « freischaffende » Geister sich mit- und untereinander zu persönlichen Bestleistungen befähigen können. Diesen beiden Künstlerinnen, der Heidi und der Tanja, gilt mein Dank für diese gemeinsame Erfahrung sowie der Ausdruck grenzenloser Bewunderung für ihr fachliches Können und die Weite ihrer Herzen. Keiner kann besser zusammenarbeiten als wir Drei!

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LAMBARENE

Lambarene

Unmittelbar vor Ausbruch der Corona-Krise durfte ich für Terra Materdas Anti-Malaria-Forschungszentrum am Albert-Schweitzer-Spital im Urwald von Gabun besuchen. Nun, ein paar Wochen später, befinden wir uns in fast allen Ecken Europas im « Confinement », das uns vor der Gefahr einer Ansteckung mit dem Virus Covid-19 bewahren soll. Natürlich darf man diese Gefahr keineswegs unterschätzen. Ebenso wenig jedoch sollten wir es unterlassen, in vergleichenden Relationen zu denken. Und die in diesem Artikel auftauchenden Zahlen beschreiben den absoluten Horror: rund eine halbe Million Menschen – die große Mehrheit von ihnen Kinder im Alter von unter zwei Jahren – werden in diesem Jahr an Malaria sterben. Wobei diese Zahl einen deutlichen « Fortschritt » im Vergleich zu früher darstellt. Im Jahr 2004 nämlich betrug die Opferzahl noch 1,8 Millionen. Nur betrifft dies fast ausschließlich Afrika und Asien. Und nicht die Kinder in unserem sicheren Europa.      

TUAREG

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Erschienen in der Februar-Ausgabe von Terra Mater ist diese Geschichte über meine langjährige Freundschaft mit dem Tuareg Liman Feltou. Ich kenne niemanden, dem ich mein Leben sorgloser anvertraut habe als diesem Nomadensohn in der Südsahara. Heute Morgen habe ich ihn auf seinem Handy in der Wüste erreichen können. Es geht ihm gut und seiner Herde ebenso. Die Fotos stammen von Christopher Pillitz

BUCH

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Dieser Tage erscheint im Bremer Schünemann-Verlag Ein Klang für Bremen. Das 250 Seiten umfassende Buch, zu dessen Entstehen ich – laut Impressum – ‚Konzept und Gesamtleitung’ beitragen durfte, hat seit Januar 2019 meine gesamten Zeit- und Energie-Reserven geschluckt. Vor allem jedoch wird mir dieser Schaffensprozess als eklatantes Beispiel für kreatives Miteinander in Erinnerung bleiben. Initiatorin und permanente Antriebskraft des komplexen Unternehmens ist Barbara Grobien, Präsidentin der Philharmonischen Gesellschaft Bremen und erste Ehrenbürgerin ihrer Stadt. Verantwortlich für die fantastische Gestaltung des Buches ist Tatjana Lorenz, Art-Direktorin von GEO Epoche. Die Zusammenarbeit mit den beiden Damen hat mir einmal mehr vor Augen geführt, dass gute Frauen einfach besser sind. Die offizielle Präsentation von Ein Klang für Bremen findet am 4. Oktober in dem legendären Bremer Konzerthaus Die Glocke statt.

Krönender und klangvoller Abschluss meines Buchprojekts mit Tatjana Lorenz und Barbara Grobien. Ein paar Bilder der Veranstaltung sind auf der Webseite der PGB zu sehen.

LEMUREN

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In Terra Mater erscheint an diesem Wochenende ‘Von Makis und Menschen’ – eine Reportage, die ich gemeinsam mit dem französischen Fotografen Cyril Ruoso im Südosten von Madagaskar realisieren durfte. Die Rieseninsel im Indischen Ozean spielt in meinem beruflichen Leben eine besondere Rolle. Keine Weltgegend habe ich in den vergangenen drei Jahrzehnten beharrlicher bereist als diese hier. Wahrscheinlich, weil ich Madagaskar nie mit dem Gefühl verlassen kann, es endlich zu « kennen » geschweige denn zu « begreifen ». Kein anderes Land erscheint mir so anders – eine bessere Umschreibung für Faszination fällt mir nicht ein.

SCHÄFERSTUNDEN II

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Unsere Geschichte über die « Transhumanz » der andalusischen Schäferfamilie Alarcón erscheint nun auch als Buch – versehen mit einem ähnlichen Text, doch enorm bereichert durch eine weit größere Anzahl und Vielfalt von Bildern. Eine ausgezeichnete Idee! Denn für die spanische Fotografin Susana Girón war unsere gemeinsame Reportage schon die fünfte Wanderschaft mit den Alarcóns und ihrer Herde. Das heißt, Susana war nicht – wie ich – nur im späten Frühjahr mit dabei, sondern auch im November, wenn die Nächte in Südspaniens Bergen empfindlich kalt werden und die Caminos reales hoffnungslos verschlammen. Ein solches Durchhaltevermögen, gepaart mit beruflicher Exzellenz, führt hier zu einem wahrhaft spektakulären Ergebnis: ein Buch von außergewöhnlicher Tiefe und Schönheit! Zug der Schafe erscheint am 21.03.2019

SAMBESI

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Reportagen über Flussreisen zählen zu den GEO-Klassikern. Nicht überraschend also, dass jetzt endlich auch einmal der Sambesi, Afrikas viertlängster Strom nach Nil, Kongo und Niger, an die Reihe kommt. Allerdings ist der Sambesi nicht schiffbar, schon allein wegen der fantastischen Viktoria-Fälle nicht. Also konnten wir nicht auf ihm reisen, sondern ihm nur auf dem Landweg folgen. Und auch dies hat sich streckenweise als schwierig erwiesen. In der Regenzeit tritt der Sambesi vielerorts über seine Ufer – im Barotseland erreicht er dann sogar eine Breite von über 60 Kilometern. Hier also der erste Teil eines Porträts über einen eher untypischen Fluss.

AFRODYSTOPIE

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Das Magazin betreibt mutigen und spannenden Journalismus. Davon durfte auch ich profitieren – mit dieser langen Reportage, die zu dem Gabuner Soziologen Joseph Tonda führt, aber auch in meine ferne Vergangenheit als Deutschlehrer am Äquator. Gesucht werden Antworten auf Fragen wie: Warum ist Afrika unfähig zur politischen Utopie? Wie lebt es sich im täglichen Albtraum? Was hat Massenmigration mit Smartphone zu tun? Als Reporter befinde ich mich bei diesem Reizthema, das die europäische Öffentlichkeit spaltet, auf Glatteis. Mit Tondas Hilfe habe ich versucht, den üblichen Schwarz-Weiß-Malereien hier zu entkommen.